Hyundai i30 GDI LPG III


Fortsetzung von hier: https://schwupi.wordpress.com/2018/12/05/hyundai-i30-gdi-lpg-ii/

Freitag

Ich ruf doch mal an, denke ich so gegen 11:00 Uhr.

Der Herr meldet sich freundlich und sagt siegessicher, dass sie nun die Lösung gefunden haben und der alte Kabelbaum umgelötet werden kann. Sie wären schon gerade dabei und ich kann das Auto heute noch haben. Ganz sicher!

Nun gut, sage ich, wann soll ich denn dann so bei Ihnen sein? Er würde mich dann anrufen, ich soll mir keine Sorgen machen. Ähm, ja.

Als das Uhrwerk so langsam Richtung 16:00 Uhr zudriftet, wünsche ich meinen Arbeitskollegen ein schönes Wochenende und beabsichtige, doch mal langsam in die Werkstatt zu fahren, denn anrufen wird ja wohl nichts bringen.

Kaum sitze ich im Werkstatt-Ersatzauto klingelt mein Telefon. Der Herr ist am Apparat und berichtet freudestrahlend, dass ich das Auto nun abholen kann. Wann wäre ich denn da?

Nun ja, meine ich, die Verkehrssituation in Hamburg an einem Freitag einberechnend dauerte es schon so eine knappe Stunde. Stille. Dann ein Stöhnen am anderen Ende der Leitung und ein ungläubiges Nachfragen, ob es wirklich so lange dauert. Schließlich macht die Werkstatt genau jetzt Feierabend. Dem Herrn wird klar, dass sein Werkstatt-Ersatzauto nicht fliegen kann, also sagt er, dass er dann wohl auf mich warten wird und legt auf.

Ich versuche trotzdem, dass Ersatzauto im Tiefflug zu betreiben und bin 45 Minuten später auf dem Parkplatz. Der Herr ist der Einzige noch Anwesende und begleitet mich zu meinem Auto. Ich darf mich reinsetzen, teste, ob er anspringt und frage, ob das nun LPG sei. Ein Nicken des Herrn bestätigt meine Annahme. Nun ja, sage ich, dann fahre ich das Auto mal zum Eingang und dann komm ich rein, bezahlen.

Das Auto läuft wie vorher, nur einen kleinen Tick ruhiger, habe ich den Eindruck. Aber das werde ich später mal ausführlich testen.

Drinnen reicht mir der Herr die Rechnung. Ich entdecke den Betrag vom Tanken wieder, denke aber, dass ich erstmal das Auto wiederhaben will, denn nächste Woche fahre ich viele Kilometer.

Ich frage, wie sich das nun mit dem Tankstutzen verhält. Er winkt ab, das mache er dann mal nebenbei, ich müsse nur das Auto hinbringen und zwei Tage später ist alles fertig. Ich lege den Kopf schief und sage, dass ich das gerne auf meiner Rechnung schriftlich festgehalten haben will. Er winkt wieder ab, ich könne mich auf ihn verlassen.

Nun ja, meine ich, es ist ja nicht so, dass ich ihm nicht vertraue, aber ich vertraue ihm nicht. Er nimmt sich genervt einen Kugelschreiber und notiert, dass der Tankstutzen noch laut Kundenwunsch umgebaut werden muss, unterschreibt und legt mir die Rechnung vor.

Ich bin zufrieden und stelle fest, dass ich genau 3510 Euro in bar dabei hab und keine 3522. Nicht so schlimm, sagt der Herr, ich muss ja eh nochmal vorbei kommen. Aber erstmal kann ich das Auto haben und soll ein wenig rumfahren.

Und dann düse ich vorsichtig vom Hof. Fährt echt gut.

Aber was wird mit dem hässlichen Tankstutzen?

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Hyundai i30 GDI LPG II


Fortsetzung von hier: https://schwupi.wordpress.com/2018/11/21/hyundai-i30-gdi-lpg/

Donnerstag

Ich denke, dass 11:00 Uhr eine wunderbare Zeit ist, um doch mal nachzufragen, ob die lieben Menschen in Holland einen erholsamen Buß- und Bettag hatten, um sich sodann um die Software in meinem Auto zu kümmern.

Der Angerufene klingt nicht wie der Herr, der sich sonst immer entschuldigte.

Ich frage, wo der Herr denn sei. Auf Probefahrt, sagte der Angestellte.

Das freute mich schon, und so fragte ich vergewissernd nach, ob der Herr denn mit einem weißen i30 unterwegs sei, denn das wäre dann genau der Grund, aus dem heraus ich anrufe.

Nein, meinte der Angestellte, den i30 hätte er gerade komplett auseinandergebaut vor sich.

Irgendetwas in meiner Magengegend sagte mir, dass heute auch nicht der Tag der Empfängnis wäre.

Nee, berlinerte der Angestellte, mit den Auto ham se ja den Hauptjewinn. Det is weder Fisch noch Fleesch…

Dann führte er en detail auf, woran das Problem liegt: Mein Auto ist tschechischer Produktion entsprungen. Und zwar genau zwischen der ersten Version der Bauart und dem Facelift. Nun hat mein i30 zwar viele der Facelift-Bauteile und ist auch weiß, was es nur in der neuen Version gibt. Allerdings sind ein paar wenige Bauteile noch in der alten Version verbaut worden, wozu wohl auch die Motorsteuerung gehört.

Den Angestellten hat wohl der fehlende Pin 84, den er laut dem holländischen Tele-Mitarbeiter verbinden sollte, stutzig gemacht. Denn da seien nur 60. Dabei brachte er dann hervor, dass ihm am Montag schon aufgefallen sei, dass die verschiedenen Kabelfarben im Prins-Schaltplan überhaupt nicht mit denen meiner Motorsteuerung übereinstimmten.

Nun wird also an einer Lösung zur Verbindung des vorhandenen Kabelbaumes an die Anlage gearbeitet. Je nachdem, was der Techniker in Leipzig (!!) dann erarbeitet, bedeutet das entweder, dass der vorhandene Kabelbaum doch noch eingelötet werden kann, oder dass ein komplett neuer aus Holland geschickt werden muss.

So. Aha. Also melde ich mich doch dann lieber morgen noch mal, frage ich nach. Besser so, meinte der Angestellte, er arbeite mit Hochdruck dran.

Hyundai i30 GDI LPG


Aufgrund eines Beitrages in der schönen TV-Autosendung „auto mobil“ auf VOX, in der ein Hyundai Tucson auf Autogas umgerüstet wurde (07.10.2018), wollte ich auch so eine Gasanlage in meinem i30 haben.

Kurze Daten zu meinem Hyundai:

  • i30 GDI DCT Baujahr 02/2016
  • Motorcode: G4FD

Nach kurzer Recherche im Netz fand ich heraus, dass dieser Motor auch in KIAs und Hyundais vorheriger Generation verbaut wurde. Scheint sich also um ein ausgereiftes Modell zu handeln.

Auch hat Hyundai im Jahre 2014 damit geworben, dass nun für viele Modelle auch ein Gasantrieb verfügbar sei (https://www.hyundai.de/News/Modelle/Weltweit-erste-LPG-Direkteinspritzung-jetzt-fur-vi.html).

Was ich zuerst nicht wusste, ist, dass es zwei verschiedene Möglichkeiten der Gasanlage bei Benzindirekteinspritzern wie meinem gibt: die Saugrohreinspritzung und die Direkteinspritzung.

Saugrohreinspritzung

Bei diesem Prinzip wird das Gas in das Saugrohr flüssig in einen Verdampfer eingespritzt, in dem es sich dann zu Gas entspannt. Dabei entsteht Verdunstungskälte.

Der Vorteil ist, dass das Gas, welches im Tank bei ungefähr 5 bar Druck gespeichert ist, einfach in den Verdampfer gepumpt werden kann.

Von Nachteil ist aber, dass das Gas beim Verdampfen nicht unter 30 °C abkühlen soll, da es sonst nicht komplett verdampft. 

So muss das Auto nach dem Start erst eine gewisse Kühlmitteltemperatur erreichen, um den Verdampfer, der im Saugrohr sitzt, etwas zu erwärmen. Man kann also nicht unmittelbar nach dem Start sofort auf Gas fahren und verbraucht also immer noch Benzin.

Ein weiterer Nachteil bei Benzindirekteinspritzern ist, dass die Einspritzdüsen im Motor nicht leer laufen dürfen, somit ist es immer nötig, eine kleine Menge Benzin zum Gas dazu zu geben (5% bis 10%). Man hat also immer noch einen Benzinverbrauch, auch wenn man im Gasbetrieb unterwegs ist.

Diese Systeme sind seit Jahren erprobt und universell einsetzbar. Das macht sich natürlich auch im Preis bemerkbar. Man sollte mit Kosten zwischen 2.000 € und 2.300 € rechnen.

Direkteinspritzer

Bei diesem Prinzip, welches noch recht neu ist, wird das flüssige Gas auf einen sehr hohen Druck von ca. 170 bis 200 bar gebracht und direkt über die Benzineinspritzdüsen in die Kolben gespritzt.

Der Vorteil hierbei ist, dass man das vorhandene Einspritzsystem weiter verwenden kann. Man muss dazu „nur“ die Hochdruckpumpe, die für das Erzeugen des Benzindrucks auf 170 bar zuständig ist, modifizieren, damit nun auch Gas mit dieser Pumpe auf den notwendigen Druck gebracht wird.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man nun praktisch vom Start an mit Gas fahren kann. Man benötigt kein Benzin mehr.

Diese Art System ist meistens speziell auf einen Autotyp angepasst und wird quasi als Bastelbogen geliefert und muss nur noch eingebaut werden. 

Der Nachteil ist natürlich, dass so ein System recht teuer ist. Man sollte hier mit Kosten zwischen 3.500 € und 3.800 € rechnen.

Und mein i30?

In meinen Hyundai soll nun ein Direkteinspritzsystem von Prins eingebaut werden. Die besterprobte Lösung für meinen i30 ist momentan die Prins DLM Generation 3.

Ich hab mich also in meiner näheren Umgebung auf die Suche gemacht, um einen Umrüster zu finden, der auch die Prins DLM einbauen kann und bin auf einen gestoßen, der autorisierter Prins-Fachhändler und -umrüster ist.

Also hab ich mir ein Angebot machen lassen und bekam einen Preis von 3.500 € genannt. Darin enthalten war auch ein Ersatzwagen, damit ich in den veranschlagten fünf Tagen nicht zu Fuß gehen muss.

Nun gut. Machen wir so.

Eine Woche später…

Ich hab mein Auto am Montag morgen abgegeben und es hieß, dass ich es am Freitag spätestens, oder sogar schon eher wiederhaben kann.

Ich wartete also am Freitag auf den Anruf aus der Werkstatt, der dann so gegen späten Nachmittag erfolgte. Normalerweise, sagte der Herr, würde er mir den Wagen ja heute ausliefern, die Gasanlage ist auch schon komplett eingebaut, aber das Steuergerät der Anlage würde nicht antworten.

Seine Vermutung sei, dass das Steuergerät defekt ist. Er hat auch schon vier komplett neue Kabel verlegt, um einen Wackelkontakt auszuschließen, auch ein Kollege aus den Niederlanden hat sich via TeamViewer mit auf den Laptop geschaltet, aber auch der meinte, dass dann wohl das Steuergerät kaputt sei und er nun ein neues per Express geordert hat. Das käme wohl dann Dienstag an und spätestens dann wäre es dann nur noch das Einspielen der Software und dann ist der Wagen fertig.

Naja, meinte ich, da kann ich ja dann auch nichts dran ändern. Dann soll er das so machen.

Eine Sache noch, sagte der Herr, bei dem Auftrag sei wohl eine Information verloren gegangen…

Ein ungutes Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit.

Also, fuhr er fort, abgemacht wäre ja gewesen, dass der Gaseinfüllstutzen bei der Tankklappe mit eingebaut werden sollte. Diese Information hat der Techniker wohl nicht erhalten und nun ist der Tankstutzen in der Stoßstange verbaut worden.

Ich malte mir gerade aus, wie das schwarze Loch in meinem weißen Auto wirken soll und fand den Gedanken nicht so prickelnd.

Es sei aber von Vorteil, dass der Stutzen da sei, sagte der Herr, denn dann bräuchte ich an der Tankstelle keinen Adapter mehr draufschrauben.

Ich antwortete, dass ich das aber hässlich finde und es aber gern anders hätte, wollte aber auch nicht mein Auto zu lange in der Werkstatt lassen.

Der Herr bot mir also an, dass ich mir das „Loch“ erstmal ansehen solle, dann könne ich immer noch entscheiden, ob er es doch umbauen soll. Und dass der Umbau natürlich auf deren Kosten erfolgt.

Naja, meinte ich, dann machen wir das so. Ist ja auch gleich Wochenende…

Montag

Am Montag Vormittag rief mich der Herr wieder an und tat glücklich kund, dass das Steuergerät heute wohl schon geliefert worden sei, er könne gleich nach dem Mittag mit dem Einbau beginnen und ich könnte heute schon mein Auto wiederhaben. Er meldet sich dann gleich nach erfolgtem Einbau.

Gut.

Drei Stunden später klang er nicht mehr so optimistisch am Telefon und druckste herum, dass wohl aus den Niederlanden das falsche Steuergerät geliefert worden sei. Das zu meinem Auto passende sei schwarz, geliefert worden ist aber wohl ein silbernes, welches sich auch noch beim letzen Buchstaben der Teilenummer unterscheidet. Meines würde auf D enden und das gelieferte auf B…

Und in dem Moment konnte ich mir akustisch vorstellen, wie die unterschiedliche Konnotation der beiden Buchstaben über das Telefon in den Niederlanden „erhört“ wurde…

Also müsse er ein neues Steuergerät besorgen, meinte der Herr, und er würde mich dann auf dem laufenden halten.

Dienstag

Gegen Mittag rief ich mal in der Werkstatt an, um mich mal zu erkundigen, ob das Steuergerät nun via Express schon geliefert wurde. Der Herr war schon fast ein wenig zu glücklich, als er mir freudestahlend verkündete, dass er heute „die Kuh vom Eise“ bekäme.

Das Steuergerät sei gar nicht kaputt gewesen! Für meinen Autotyp gab es eine kleine Änderung im Schaltplan des Gerätes, sodass das Teil von denen nicht korrekt angesteuert werden konnte. Jedoch befand sich weder ein Schaltplan mit der Änderung bei dem Gerät, noch konnte der Schaltplan von der Prins-Seite heruntergeladen werden. Erst auf Nachfrage fiel der Fehler auf.

Nun hätte ihm der Mechaniker aber den Daumen nach oben gezeigt und ich könne mein Auto dann am späten Nachmittag abholen, dann würde er mir eine kurze Unterweisung geben und wir fahren dann zusammen volltanken.

Gut, antwortete ich, ich bin dann um vier da.

Punkt vier…

…parkte ich da ein. Nach einer kurzen Begrüßung setzten wir uns in mein Auto und der Herr fuhr in Richtung Gastankstelle.

Schon kurz nach dem Anlassen bemerkte ich ein Surren und Pfeifen. Ich schaltete das Radio aus und fragte, was das für ein störendes Geräusch sei. Der Herr winkte ab und meinte, dass sich das alles schon geben wird, ich solle mir da überhaupt keine Sorgen machen.

Dann fiel mir während der Fahrt auf, dass der Motor komisch verhält und das Direktschaltgetriebe nicht an den normalen Schaltpunkten die Gänge wechselt. Dann sah ich die gelbe Motorkontrolllampe und der Motor fing auch schon an zu rucken.

Keine Sorge, meinte der Herr, das machen wir nachher alles in der Werkstatt wieder in Ordnung.

Das fand ich schon ein wenig sehr optimistisch, zumal wir im Moment ja noch auf Benzin fuhren! Und dann ging der Motor aus und ließ sich nicht wieder starten.

Gut, dachte ich, mal sehen, was der Herr macht.

Der Herr versuchte immer wieder das Auto zu starten und drückte dabei ab und an mal auf den Gas-Knopf im Armaturenbrett, aber es tat sich nichts.

Nun fragte ich vorsichtig, ob ich denn mal den Fehlerspeicher des Autos löschen soll. Da sah mich der Herr mit großen Augen. Ja, wenn ich das könnte, würde das schon helfen.

Also kramte ich im Handschuhfach nach meinem Diagnosegerät, dass ich mir vor langer Zeit mal gekauft hatte, um Motorinformationen mit der App „Torque“ auszulesen. Kurz in die ODB2-Schnittstelle eingesteckt und Torque gestartet, startete ich das Fehlerauslesen.

P0191: Fuel rail pressure sensor range / performance problem

Ich möge doch kurz einfach den Fehlerspeicher löschen, bat er, das andere machen wir dann in Ruhe in der Werkstatt.

Das Auto startete wieder und wir tuckerten zur ARAL. Dort angekommen meinte er, dass ich mich doch gleich einmal am Tankvorgang versuchen soll.

Also ging ich nach hinten und bückte mich nach unten, um den Deckel des Verschlusses zu entriegeln. Das fand ich schon umständlich. Nun gab mir der Herr die Zapfpistole in die Hand und meinte, dass ich den Überwurfring an den Anschluss handfest anschrauben soll.

Ich gab mir Mühe und es saß wohl auch. Fast. Denn nach Drücken des Totmannknopfes an der Säule gab es ein lautes Zischen und das flüssige Gas strömte links und rechts am Stutzen vorbei. Ich ließ den Knopf los.

Der Herr wirkte leicht nervös. Ich bat ihn, mir das doch mal zu zeigen, wie das ordnungsgemäß funktionieren soll. Er kniete sich nun hin und versuchte in gefühlten fünf Minuten, das Gewinde des Überwurfringes mit dem Gaseinfüllstutzen zu kombinieren. Als er es dann geschafft hatte, begann er kleinlaut zu fluchen, dass ich wohl doch recht gehabt hatte mit der Tankklappe. Er würde das auf seine Kosten umbauen, dieses System hier nerve ihn ja persönlich.

Dann drückte er den Knopf.

Und es tat sich nichts. Verwundert wackelte er an der Zapfpistole und drückte sicherheitshalber noch ein paar mal den Totmannknopf – es tat sich nichts.

Dann fiel ihm ein, dass es wohl Tankstellen gibt, bei denen nach Loslassen des Knopfes der Tankvorgang als beendet betrachtet wird. Sicherheitshalber. Und nun hatte ich ja schon mal losgelassen. Also stapfte er zur Kasse und bezahlte die bisher verdampften 70 Cent.

Der nächste Versuch gelang. Ganze 40 Liter liquiden Gases strömten in den kleinen Tank in der Reserveradmulde. Und die Säule bat um das Begleichen von 22 Euros.

Ja, meinte der Herr, da könne ich ja jetzt zum ersten Mal meine Gastankrechung bezahlen gehen und grinste. Ich grinste zurück und meinte, dass das ja wohl ein schlechter Scherz sei und das doch aber sicher im Umbau enthalten sein wird.

Er ging murmelnd zur Kasse und ich wartete im Auto auf ihn.

Als er einstieg, berichtete er, dass das doch tatsächlich mit der Firmenkreditkarte zu bezahlen ging und wir fuhren zurück in die Werkstatt.

Dort angekommen öffnete er die Motorhaube und schloss das Notebook an die Prins-Anlage an. Während der Motor lief, erkannte ich nun, wo das laute Surren herrührte: es war die modifizierte Hochdruckpumpe. Und nun ergab auch der Fehlercode Sinn!

Während der Herr an seinem Notebook ein Software-Update der Anlage versuchte, ergatterte ich einen Blick auf den Fehlerspeicher der Prins-Anlage. „SSH Niederdruck Benzinanlage überprüfen“ oder so ähnlich.

Ich malte mir also aus, was die Ursache des Fehlers sein könnte. Vermutlich versucht die Pumpe unter lautem Surren einen Unterdruck zu erzeugen, schafft dies aber nicht, weswegen sie nicht damit aufhört. Nun bekommt also auch der Motor zu wenig Benzin, was der Rail Sensor natürlich meldet.

Er schien jedoch keinerlei Ahnung zu haben und meinte nur, dass ich den Mietwagen wohl wieder mitnehmen soll, er würde sich dann morgen mit einem Kollegen aus den Niederlanden auf die Anlage schalten, die wüssten mit Sicherheit sofort, wo der Fehler liegen würde.

Mittwoch (heute)

Halb elf klingelte das Telefon. Der Herr hätte eine gute und eine schlechte Nachricht.

Na komm, meinte ich, dann nehme ich erst mal die gute.

Ich könne mit meinem Auto weiter fahren, sei die gute, nur nicht heute, das wäre dann die schlechte Nachricht. Denn heute sei in Holland Buß- und Bettag, deswegen erreicht er keinen dort. Ich möge mich doch bitte noch bis morgen gedulden.

Leicht mürrisch verabschiedete ich mich von dem Herren, dem das Ganze wohl auch leicht peinlich zu sein scheint.

Naja, denke ich, dann warte ich auf morgen und poste dann weiter mein Autogas-Erlebnis.

Trumps Flüchtlinge


In Mittelamerika sind tausende Flüchtlinge in die USA unterwegs und der wütende orangene Mensch droht damit, die Grenze abzuriegeln und streicht alle Hilfen für die Länder, aus denen die Flüchtenden kommen.

Man sieht an diesem Beispiel, wie sehr sich die Menschlichkeit auf der Welt ändert. Noch 2015 ließ Frau Merkel die Grenzen öffnen und die Flüchtenden herein, nicht ganz freiwillig – zugegeben. Und selbst die Mehrheit der Deutschen begriff, dass diese Leute ganz bestimmt nicht freiwillig herkommen wollten sondern vor dem Krieg davonliefen, der ihre Leben bedrohte.

Und nun passiert Ähnliches in Mittelamerika. Menschen setzen sich in Bewegung, um dem Morden und Plündern zu entgehen. Um vor der Korruption zu flüchten, um ein sicheres Heim zu finden.

Und der orange Mann macht alles dicht und kürzt die Hilfsgelder. Sollen sie doch verrecken, bloß nicht nach Nordamerika kommen…

Solch eine Unbarmherzigkeit! Aber alle leben da ja gottesfürchtig. Wie bigott. Es wiedert einen nur noch an, wie egoistisch dieses Land unter seinem neuen „Führer“ geworden ist.

Wieder mehr…


Nachdem ich ja nun eine ganze Weile nichts mehr gebloggt habe, versuche ich mal wieder etwas mehr zu scribbeln. Genug zum Aufregen hat diese Welt da draußen ja genug zu bieten.

Ob es nun ein organgener wütender Clown ist oder die wachsende Anzahl Mitbürger, die sich dieser angeblichen Parteialternative anschließen…

Auf jeden Fall: bis gleich

Zweitausendfünfzehn!


Und es fängt gar nicht mal „so“ schlecht an. Wenn man, wie ich, auf Fernsehen verzichtet.

Nur heute, so will es das Detail, ist der Wurm drin. Und es fing ganz subversiv an.

Ich rauche ja schon seit einer Weile nicht mehr und gebe mich stattdessen lieber dem Dampfen hin. Glücklicherweise weiß mein lieber Boss diese von mir
durchaus auch zu seinem Wohl positive gemeinte Entscheidung zu würdigen, sodass es mir während meiner Arbeit erlaubt ist, zu dampfen.

Ja… Gäbe es da nicht die Querulanten und Spaßbremsen.

Heute in unserer wöchentlichen IT-Besprechung nahm ich mir doch tatsächlich die Frechheit heraus, an meiner Dampfe zu nuckeln. Nun, nichts besonderes soweit. Hätten wir da nicht einen militanten Ex-Raucher in unseren Reihen, der mir wild fuchtelnd und gestikulierend zu erkennen gab, dass ihn das wohl störte. Er murmelte etwas von „…Nikotin behalten…“ und verdrehte seine Augen so lustig, dass ich noch einen Zug extra nahm.

Später – nach der Besprechung – nahm ich ihn beiseite und meinte, dass da gar kein Nikotin dabei ist. Und dass es ihn nicht zu beunruhigen braucht, ich aber ihm zuliebe in seiner Gegenwart einfach nicht mehr dampfe.

Gut. Ich muss ja nicht immer Rebell sein.

Schnitt. Nachmittag.

Ich stehe mit meiner Angebeteten in der Küche und trinke einen Kaffee. Sie – ebenfalls Dampferin – nuckelt genüsslich an eben jenem Gerät, als ihre Kollegin und Fast-Vorgesetzte in die Küche gestapft kommt und meint: „Ich hab ja jetzt schon öfter gesehen, dass du in der Küche an deiner E-Zigarette rauchst. Hatten wir nicht mit der Firma vereinbart, dass in der Küche nicht mehr geraucht wird?“

Ebenfalls unrebellisch antwortete sie, dass sie es dann wohl lassen wird.

Aber mir kam langsam der Stift und ich fragte spitz zurück, wo es sich beim Dampfen denn bitte um Rauchen handelt? Sie verteidigte sich nur mit dem Argument, dass „man ja nicht genau wisse, was da nun für schädliche Stoffe“ ausgeatmet werden. Und wieder biss ich mir einfach auf die Zunge. Einen Krieg will ich nicht anfangen, den meine Angebetete dann auszubaden hätte.

So, und nun überlege ich, wie ich hier eine salomonische Vereinbarung hinbekomme. Denn verbieten kann es „le Boss“ nicht, aber Krieg will ich auch unter keinen Umständen.

Ich verstehe die beiden allerdings. Vorurteile sind eben einfacher bedient, als das Hirn anzuwerfen. Es könnte sich ja abnutzen. Fehlt nur noch das gespielte Hüsteln und die Kopfschmerzen…

Spaghetti alla Bolognese


Hier kommt mal mein Rezept für eines meiner Lieblingsgerichte. Ist zwar nicht ganz das Original, dafür absolut lecker…

Zutaten:

  • 500 gr gemischtes Hack
  • 1 rote Paprika
  • 1 gelbe Paprika
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 mittlere Zwiebeln
  • 0,7 l Rinderbrühe
  • 0,2 l Rotwein (kräftig, z.B. Cabernet-Syrah)
  • 1 Tube Tomatenmark
  • 1 Dose Mais
  • italienische Kräutermischung (getrocknet)
  • Sanella oder Öl zum Anbraten
  • Salz, Pfeffer
  • Basilikum zum Garnieren
  • Parmigiano reggiano (mind. 24 Monate gereift)
  • Spaghetti
  • 50 gr Butter
Die Paprika und die Zwiebeln werden zuerst in kleine Würfel geschnitten (nicht zu klein). Anschließend brät man das Hack in einer tiefen Pfanne krümelig und würzt mit 1 1/2 Prisen Salz, ein wenig Pfeffer und einer halben Hand voll getrockneter italienischer Kräuter ab. Anschließend wird der fein gehackte Knoblauch dazu gegeben. Das lässt man noch kurz weiter braten, bis das Hack leicht Farbe annimmt.
Nun löscht man das krümelige Hack mit dem Rotwein ab und lässt es so lange Köcheln, bis der Rotwein komplett reduziert ist. Jetzt wird es Zeit, die Paprika und die Zwiebeln mit dazuzugeben. Das Gemüse lässt man solange schmoren, bis die Zwiebeln leicht glasig geworden sind (ca. 5 Minuten). Anschließend kommt das Tomatenmark zum Einsatz. Davon wird ungefähr eine dreiviertel Tube in die Pfanne gedrückt und untergerührt. Das ganze lässt man noch für eine weitere Minute brutzeln, damit sich die Bitterstoffe aus dem Tomatenmark lösen.
Nun wird die Brühe eingerührt und das Ganze abgeschmeckt. Eventuell noch mit Kräutern nachhelfen.
Nun wird der Mais aus der Dose mit hinzugegeben. Aber nicht das Maiswasser wegschütten! Dies enthält viel Geschmack und es wäre zu schade für den Ausguss…
Nun wird das ganze auf kleiner Flamme zugedeckt eine ganze Stunde köcheln gelassen.
Die Spaghetti normal zubereiten. Nachdem man das Spaghetti-Wasser losgeworden ist, kommt ein klein wenig Butter in den Nudeltopf und die Spaghetti werden wieder in selbigen gegeben und die Butter untergerührt.
Und nun die Nudeln auf einen Teller, Bolognese drüber und den am Besten 30 Monate gereiften Parmigiano drüber reiben. Mit Basilikum dekorieren. Reinlegen…