17P/Holmes

Wer sich ein wenig für Astronomie interessiert, dem dürfte nicht entgangen sein, dass der Komet 17P/Holmes ein sehr eigenartiger ist. Erst steigerte er seine Helligkeit um den Faktor 500.000, und nun hat sich seine Koma auf den Durchmesser der Sonne erweitert und ist immer noch dabei, größer zu werden. Bald soll sie so groß sein, dass man sie von der Erde aus in der Größe des Mondes bewundern kann.

Mal sehen, wann die ersten religiösen Kaputten behaupten, dass das wieder ein Zeichen von irgendeinem ihrer Götter wäre. Noch interessanter dürfte sein, was diese Kaputten dann daraus zu schließen meinen. Bestimmt hat es wieder mit Tod von Ungläubigen oder der Ankündigung eines Messias zu tun…

Amen!

iMac II

Ich hatte mir ja einen iMac bestellt. Drei lange Wochen habe ich gewartet, in denen ich ja Urlaub hatte. Allerdings sollte der Mac erst am Montag nach meinem Urlaub geliefert werden. Ich habe hier schon Furchen in den Teppich gelaufen und deren Hotline mit Anfragen genervt, wo denn das gute Stück auf der Welt gerade ist. Immerhin wird er aus Shanghai geliefert und das Nachverfolgen der Sendung war auch nicht ganz einfach, denn der Tracker von TNT wird einfach zu selten aktualisiert.

Wir haben es aber doch geschafft, den Mac am letzten Samstag meines Urlaubes aus dem TNT-Lager abzuholen, sodass ich dann doch noch zwei Tage des verregneten Wochenendes mit meiner neuen Errungenschaft verbringen durfte.

Geiles Teil! Der Monitor ist ja so groß, dass ich mir jetzt eine 16:10-Brille kaufen müsste, damit ich das ganze Bild erfassen kann. Man verliert sich förmlich in den 24 Zoll. Und schnell ist er auch noch. Und das Beste: Er ist fast lautlos. Also wie gemacht für unser Wohn-Arbeits-Multimedia-und-Besucher-Empfangszimmer (Wohnstube).

Ich hab natürlich auch gleich mal via BootCamp Windows installiert, da ich mal sehen wolte, wie das VisualStudio 2005 in groß aussieht. Endlich kann man mal was sehen!  Ist ja direkt übersichtlich.

Allerdings will ich ja unter MacOS auch programmieren. Was nimmt man da denn am Besten für eine Programmiersprache? Objective-C soll wohl die Sprache der Wahl sein, allerdings kann ich mich mit dem Kauderwelsch nicht unbedingt anfreunden, zumal ich C sowieso nicht mag. Nun gut, man könnte ja auch in C++ programmieren, allerdings muss man für die Oberfläche wieder auf Obj-C zurückreifen, also auch nicht schön. Java sieht unter MacOS jedenfalls viel hübscher aus. Netbeans ist nicht mehr ganz so hässlich, wie unter Linux und Eclipse ist ja schon fast hübsch. Allerdings ist die Mac-Version von Java nicht unbedingt die neueste…

Die Qual der Wahl…

Polnisches Nationalinstrument?

Mein Hasi und ich interessieren uns sehr für Musik und spielen auch verschiedene Instrumente. Meinem Hasi hat es das Klavier angetan und ich selbst bevorzuge die Gitarre. Außerdem sammeln wir verschiedene Instrumente. Die letzten drei Neuerungen sind zum Beispiel ein armenisches Duduk, eine irische Tin-Whistle und eine hawaiianische Ukulele.

Vor ein paar Tagen war mein guter Freund Janek bei mir. Er ist Pole, lebt aber schon seit seiner Kindheit in Deutschland und irgendwie entspricht er dem polnischen Stereotyp. Zumindest was das “Entwenden fremder beweglicher Sachen” betrifft.

Nun ja, er war also bei mir zu Gast und saß an meinem Computer und spielte Need for Speed Carbon, während ich mich mit ihm unterhielt. Da fragte mein Hasi Janek, ob er denn wisse, was denn das polnische Nationalinstrument ist?

Janek (ins Spiel vertieft): “Der Dietrich…”

Ich glaube, er meinte das ernst…

Mit was? Mit das!

Dass es mit der deutschen Sprache langsam bergab geht, dürfte sich ja langsam rumgesprochen haben. So hat ja nicht nur schon Bastian Sick (alias Zwiebelfisch auf SpiegelOnline) festgestellt, dass der Genitiv zugunsten des Dativs ausstirbt. Was ich allerdings immer häufiger beobachte ist, dass auch die Fragewörter nicht mehr richtig gebildet werden. So ist es mittlerweile üblich, umgangssprachlich nicht mehr “weswegen” sondern “wegen was” zu fragen. Oder “nach was” statt “wonach”. Bei kleinen Kindern kann ich das ja noch verstehen, aber was lernen denn die größeren Kinder in der Schule? Haben die keinen Deutschunterricht mehr? Wird kein “Faust” oder “Deutschland - ein Wintermärchen” mehr gelesen? Und dies setzt sich in der Welt der (vermeintlich) Erwachsenen auch durch. Ist es denn so schwer, mehr als nur die simplen Fragewörter “was, wie, wo, wer und warum” zu beherrschen?

Dass diese Fragewort-Verunstaltung in der Umgangssprache seinen Niederschlag findet, wird meiner Meinung nach auch durch eine schlechte Synchronisation der Filme in Fernsehen und Kino provoziert. Allem voran die englische Übersetzung. Zwar ist es im englischsprachigen Raum üblich, “with what” zu fragen, allerdings heißt es auf deutsch “womit” und nicht “mit was”. Auch die Nachrichtensprecher auf den privaten Kanälen scheinen während ihrer (hoffentlich) journalistischen Ausbildung keinen Deutschkurs belegt zu haben. Eigentlich müsste man die Tagesschau dafür loben, dass dort noch gehobenes Deutsch gesprochen wird. Ich tue es aber nicht, da mir der Verein zu teuer ist und ich für die Menge Geld das gute Deutsch einfach erwarte.

Und für alle, die die richtige Übersetzung kennen lernen wollen, hier mal eine kleine Liste. Für Ergänzungen wäre ich dankbar.

  • mit was - womit
  • wegen was - weswegen
  • nach was - wonach
  • um was - worum
  • auf was - worauf
  • gegen was - wogegen
  • durch was - wodurch
  • zu was - wozu
  • für was - wofür
  • in was - worin
  • unter was - worunter
  • an was - woran
  • aus was - woraus
  • während was - wobei
  • wegen was - weshalb
  • von wo - woher

iMac

Ich hab mir einen bestellt.

Ja, nach Jahren des Bewunderns der Einfachheit der Bedienung und des schicken Designs war es nun soweit. Eigentlich hatte ich schon vor drei Monaten diese Anwandlung, allerdings las ich auf einigen Gerüchteseiten, dass wohl ein neuer iMac in Planung wäre. Also habe ich diese Zeit noch abgewartet. Aber als der neue Mac am Dienstag Abend präsentiert wurde, bin ich gleich auf die Webseite und hab einen bestellt.

Theoretisch hätte ich vielleicht abwarten sollen, bis das neue MacOS Leopard auch fertig ist, aber das kann man ja später noch kaufen. Die 79 Euro hab ich dann auch noch.

Ach ja: Ich hab natürlich gleich ganz tief in die Bestellkiste gegriffen. Es musste unbedingt ein 24-Zoll-Modell sein. Zwar nicht mit dem schnellsten Prozessor, dafür aber jeder Menge Platz im RAM und der HD. Immerhin meinte mein Hasilein, dass ich ja die nächsten Jahre damit glücklich sein muss. Sie hat ja Recht!!! Also: Einpacken, was geht…

Meine Euphorie sank ein wenig beim Preis ab: 2200 Euro, also ein Gebrauchtwagen oder zwei schicke neue PCs… Öhm… Nun ja, man bestellt ja so einen Mac nicht jedes Jahr (hoffentlich).

Jetzt beginnt die Zeit des Wartens. Wann ist er endlich da… Und das Schlimmste daran ist, dass ich drei Wochen Urlaub habe und theoretisch nirgendwo hinfahre. Ich sollte vielleicht etwas für Ablenkung sorgen…

Greif Inkasso

Hat schon mal jemand was von dieser Firma gehört?

Im Idealfall eher nicht, denn Kontakt mit Inkasso-Unternehmen muss man ja auch nicht unbedingt haben.

Am letzten Samstag bekam ich Besuch von einem Kollegen und der fragte mich mit einem Brief wedelnd in der Hand um Rat. Auf diesem Brief, der von besagtem Unternehmen stammt, stand in dicken Lettern “Schuldanerkenntnis” drauf. Der Brieftext begann mit den Worten: “…unter Verzicht auf die Einrede der Verjährung erkenne ich hiermit an, per 05.07.2007 1.387,27 EUR zuzügl. 4,00 % Zinsen aus 925,34 EUR ab 06.07.2007 zu schulden und verpflichte mich, diesen Betrag in monatl. Raten in Höhe von ….. EUR jeweils zum … j. Monats … an die Firma GREIF Inkasso Stephan GmbH abzuzahlen.”

Dessen noch nicht genug, sollte sich mein Kollege dazu verpflichten, alle seine jetzigen und zukünftigen Einkommen an diese Firma abzutreten. Stutzig machte mich der Anfang: “…unter Verzicht auf die Einrede der Verjährung…” Ich schaute also im hinteren Teil der Dokumente nach und entdeckte eine Anlage mit den Details der offenen Rechnung:

Eine namentliche Erwähnung eines Vollstreckungsbescheids vom 16.12.1997!

Netterweise fügte des o.g. Unternehmen noch eine Hand voll Paragrafen in den Brief ein. Ich hab dann doch mal die Gelegenheit ergriffen und die “Götter der Weisheit und des Wissens” (google.de) befragt, und siehe da: Es gibt noch andere, die ein ähnliches Problem haben. Denn die meisten der Betroffenen hatten überhaupt keine Ahnung mehr von offenen Forderungen. Die seien ja bestimmt schon verjährt.

Tja, ob dem jetzt so ist, weiß ich auch nicht. Allerdings besagt der §195 BGB:

§ 195
Regelmäßige Verjährungsfrist

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre.

Allerdings wurde dieser Paragraf zum 01.01.2002 geändert. Vorher betrug diese Frist 30 Jahre.

Jedenfalls werde ich der Firma mal einen netten Brief zurück schreiben. Nebenbei werde ich im Namen meines Kumpels die Forderung bestreiten und vorsorglich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht die Einrede der Verjährung
tätigen. Mal sehen, was da raus kommt. Denn warum sollte er ein Schuldanerkenntnis unterschreiben und auf eine Verjährung verzichten, wenn sie nicht verjährt wäre?

Mikrowelle

Ich mag ja technische Sachen und Neuheiten.  Lange Zeit hatte ich keine Mikrowelle, aber in den vergangenen Jahren hat sich das Ding in unserer Küche immer mehr etabliert. Sei es zum Auftauen oder zum Erhitzen von Essen.

Nur eins verstehe ich nicht. Warum haben die Dinger keinen Temperatursensor?

Wenn ich mein Fleisch auftauen will, wäre es doch ungemein praktisch, wenn da einer wäre. Das würde mein Fleisch vor dem Angaren bewahren. Oder wenn ich mir zum Beispiel das Essen am Abend noch einmal aufwärme, ist es meistens entweder zu heiß oder zu kalt. Kommt wohl auf die Portionsgröße an. Wenn jetzt da ein Temperatursensor wäre, der bei 80 Grad abschalten würde, müsste ich doch nur die Gradzahl einstellen und nicht immer umständlich die Minuten bei einer Wattzahl abschätzen…

Vielleicht liest das ja ein Hersteller mal.

Oder gibt es das eventuell schon? Mal Google fragen…

Ubuntu

Gestern fiel meine Entscheidung endlich gegen Gentoo und für Ubuntu.

Zuerst hatte ich mir meine Partitionstabelle der Gentoo-Partition zerschossen. Aber glücklicherweise gibt es ja die Ubuntu-Live-CD. Also die CD reingeschmisen und mal geäugt, wie man denn die Tabelle wiederherstellt.

“Testdisk” hieß die Lösung.

Mein Herzschlag ließ also wieder nach und alles funktionierte wie gewohnt. Aber irgendwie war ich nicht so recht zufrieden, zumal ich ja eigentlich sowieso schon dachte, dass ich mein Gentoo nach über drei Jahren jetzt wohl endlich mal neu machen könnte. Aber jetzt, wo es wieder ging, wollte ich es nicht einfach so in die Tonne treten…

“dd”!!!

Da ist mir doch eingefallen, dass ich mit “dd” ein komplettes byte-genaues Backup der Partition machen kann!!! Also wieder die Ubuntu-CD rein und das Bakup auf die externe Platte schmeißen. Und anschließend die Ubuntu-Installation starten.

Jetzt hab ich seit gestern Feisty Fawn am Werkeln und bin eigentlich ganz zufrieden. Keine Kompilier-Arien mehr und (fast) alles funktioniert sofort. Nur mit meiner DVB-T-Karte will Kaffeine noch nicht so richtig. Nun ja, es gibt bestimmt auch dafür eine Lösung. Und ganz ohne zu basteln wäre (m)ein Linux ja langweilig…

Ich geb Ubuntu eine Chance. Mal sehen, ob ich damit glücklich werde. Sonst hab ich ja noch mein Backup…

schon wieder Nachbarn…

Fortsetzung von hier…

Ich platze!!!111elfelf!1

Himmelfahrt. Oha, eher Höllenritt. Zumindest für mich. Aber der Reihe nach.

Als ich gestern Abend gegen 1:00 Uhr ins Bett gegangen bin, habe ich eigentlich nicht damit gerechnet, ausschlafen zu dürfen. Meine lieben Obermieter stehen ja doch vor mir auf und machen mit wildem Bett ausklopfen aus dem Fenster auf sich aufmerksam. Wie erwartet war es am Morgen wieder so weit. 08:40 Uhr war die erste Bettdecke sowohl zu sehen als auch zu hören. Nun ja, alle meine Kuscheltiere mussten den harten Kontakt mit der Decke aushalten. Trotzdem änderte sich (natürlich) nichts. Also dachte ich, dass ich sowieso aufstehen kann, wo ich schon mal wach bin.

Also hab ich mir einen Kaffee gekocht und dem Gerammel über mir zugehört. An Lesen war ja nicht zu denken. So gegen 10:00 Uhr war wohl das Übliche an Klamotten auch ausgestaubt und ich hatte schon die leise Hoffnung, doch mal für eine Stunde ein wenig vor mich hin zu sumpfen. Aber nix da! Staubsauger! Und mit welchem Enthusiasmus man staubsaugen kann! Und wie lange man für 45 m² brauchen kann… Nach einer weiteren Stunde war also auch das Staubsaugen erledigt. Natürlich fehlt jetzt eigentlich nur noch Stühle rücken, lautstark abwaschen und wie wild durch die Bude trampeln. Bloß gut, dass auf meine Nachbarn Verlass ist…

Und es war tatsächlich zwischen 15:10 Uhr und 15:30 Uhr ruhig.

Aber dann! Dann kam eine Horde Kinder die Treppe hinaufgetrampelt und wollte wohl nebenbei das Treppengeländer abreißen. Mir schwante Übles. Und ich sollte Recht behalten. Alle rein in die gute (Laminat-)Stube und rennen!!!

Nach einer Stunde und kurz vor einem Nervenzusammenbruch entschied ich mich, doch mal nach oben zu gehen und denen wieder einmal mein Leid zu klagen.

Die Tür ging auf und der Ältere der beiden lugte hinaus. “Nich Tür imma du!” Was??? “Du. Nich imma Tür komme wenn Kinder!” Hoffnungsloser Fall, spricht fast kein deutsch. Muss man ja als Türke in Deutschland auch nicht unbedingt. Reicht ja, wenn ich das kann… Dann kam der Jüngere und meinte in perfektem deutsch, dass ich doch nicht jedes Mal bei denen klopfen müsste, wenn sie Besuch haben. Ich erklärte ihm freundlich aber bestimmt, dass ich nichts gegen Kinderlärm habe, aber da in deren Wohnung Laminat ausliegt, es doch nicht zuviel verlangt wäre, wenn man beim Laufen mal drauf Rücksicht nimmt. Und dass ich deren Badelatschen ohnehin täglich höre. Und dass das Ausschütteln von Teppichen und dergleichen laut Hausordnung nicht erlaubt ist. “Müssen wir Sie etwa fragen, wenn wir unsere Wäsche ausschütteln?” Ich meinte, dass sie das nicht tun müssen, da es ja ohnehin verboten wäre. Und auf die Lärmfrage angesprochen, bekam ich nur ein “Kinder, eben…” zurück. Und anschließend ein “…uns doch egal…”. Dann noch ein “Tschüss…” und eine knallende Tür, die mich im Reden unterbrach.

Nun ja, nun war ich schon zweimal oben und habe meinen guten Willen bewiesen. Mal sehen, was unsere Wohnungsbaugesellschaft dazu zu sagen hat. Einen Skorpion wie mich reizt man nicht ungestraft.

JETZT IST KRIEG!!!

(und in Deutsch bin ich besser…)

:-)

Migräne

Fortsetzung von hier…

Seit über einem Jahr quälen mich zeitweise heftige Kopfschmerzen, also beschloss ich, doch mal zum Arzt zu gehen. Mein Verdacht, dass ich unter Migräne leide, hat sich leider erhärtet. Und einen zu hohen Blutdruck habe ich auch. Glücklicherweise gibt’s Betablocker, die den Blutdruck senken und zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden. Jetzt geht’s mir wieder deutlich besser.

Aber als ich beim Neurologen war, fragte der mich, ob sich innerhalb des letzten Jahres irgendetwas in meinem Leben total verändert hat, ob ich unter hohem Stress leide. Nun ja, die Firma meines Chefs wäre letztes Jahr fast verhungert, das nimmt einen doch schon ein wenig mit, aber ich bezweifele, dass das der alleinige Grund sein sollte. Schließlich regt mich einiges in meinem Leben deutlich mehr auf. Oder besser gesagt, einige Leute in meinem Umfeld, oder einfacher: meine Nachbarn.

Die haben es doch tatsächlich geschafft, meine Nerven zu zerreißen. Wie ich ja schon in zwei vorherigen Artikeln erwähnte, genießen sie immer noch das Herumtrampeln auf ihrem falsch verlegten Laminatfußboden. Aber ich bin ja mittlerweile schon so weit, dass es mich nur noch peripher aufregt. Was deutlich zugenommen hat, ist das Ausschütteln ihrer Decken und Handtücher aus dem Fenster. Ist ja eigentlich nichts gegen ein gelegentliches Lüften der Decken zu sagen. Richtig! Ist zwar laut unserer Hausordnung verboten, aber man drückt ja doch hin und wieder mal zwei Augen zu. Nur handhaben das die Herrschaften mittlerweile so, dass gegen 06:45 Uhr in der Frühe mit den Bettdecken angefangen wird. Nicht nur, dass ich da noch schlafe, sondern das zieht sich bis in die frühen Abendstunden hin. Handtücher, Pullover, Socken, Kissen, einfach alles wird aus dem Fenster ausgeschüttelt. Immer schön in meine Fliegenfenster, die mittlerweile oben eingerissen sind. Alles durchzogen von Geräuschen von Stühlen, die über den Boden gezogen werden, dem Staubsauger, der mit Gewalt in jede Ecke kommen muss und dem herrlichen Getrampel ihrer Badelatschen auf dem Laminat. Sofern dann gegen 20:00 Uhr mal ein wenig Ruhe einkehrt, entschließen sie sich teilweise, dem Musizieren auf ihrer Trommel zu frönen. Und zum krönenden Anschluss (21:30 Uhr) wird dann noch einmal, bevor das Schlafsofa “fallen gelassen” wird, der Boden in der Wohnstube mit einer Art Schrubber gereinigt. Danach schlafen die Herrschaften, aber bestimmt nur, damit sie um fünf in der Frühe rechtzeitig zu ihrem Allah beten können und mich anschließend wieder mit der Bettdecken-Arie wecken..

Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich einfach nur zu empfindlich bin.

Mein Hasi meint, ich müsste doch einfach mal drei Tage in Bagdad verbringen, damit ich wüsste, was wirklich Lärm bedeutet. Mir ist auch klar, dass die südländische Mentalität nicht unbedingt mit Ruhe in Verbindung gebracht wird. Allerdings hat man in Bagdad nicht unsere Hausordnung. Immerhin haben sich damals (hoffentlich) kluge Leute zusammengesetzt und einen Konsens erarbeitet, mit dem ein Miteinander gestaltet werden kann. Tja, nur leider scheißen wohl gerade meine Nachbarn drauf. Reden hilft ja auch nicht. Im Gegenteil, man wird beschuldigt, selbst Krach zu verursachen… Scheint wohl also eher so zu sein, dass meine Nachbarn alle im Kuhstall aufgewachsen sein müssen.

Und dann fragt mich der Arzt, was mich aufregen könnte…

Ich geh mich jetzt ärgern. :-(

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